Brennpunkt Schule: Musik baut auf
28. Bundesschulmusikwoche
Frankfurt/Main vom 29. September bis 2. Oktober 2010
Schirmherr: Der Hessische Ministerpräsident Roland Koch
Unter dem Tagungsthema „Brennpunkt Schule: Musik baut auf” möchte Ihnen der VDS in Frankfurt am Main neuerlich ein lebendiges Forum für musikalische, musikpädagogische und kulturelle Aktivitäten anbieten. Im Zentrum stehen Fortbildungsangebote für alle, die das Fach Musik unterrichten. Die Bundesschulmusikwoche bietet eine Plattform für den intensiven Austausch über innovative Ansätze in der schulischen und außerschulischen Musikpädagogik.
Zentraler Gastgeber des VDS-Bundeskongresses wird vom 29. September bis 2. Oktober 2010 die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sein. Zudem werden Räumlichkeiten im Dr. Hoch`s Konservatorium und in der Musterschule genutzt. Besonders freue ich mich, dass wir die Eröffnung der Bundesschulmusikwoche in einem besonderen historischen Ambiente erleben können: Die Stadt Frankfurt stellt uns hierfür den Kaisersaal im Römer, dem Frankfurter Rathaus, zur Verfügung.
Wenn die Begriffe „Brennpunkt” und „Schule” zusammengefügt werden, dann geht es in der Regel um Schwierigkeiten: Oft sind Schulen in Stadtteilen oder Regionen gemeint, an denen z. B. soziale Spannungen oder Integrationsprobleme massiv auftreten und sich im Unterricht entladen. Im Rahmen der gegenwärtigen Bildungsdiskussion ist man zudem geneigt, von einem generellen „Brennpunkt Schule” zu sprechen. Ich weise lediglich auf zwei Aspekte hin: Die momentan sich vollziehenden Veränderungen in den Schulstrukturen und / oder –formen sowie die Welle des unaufhaltsam auf uns zurollenden Lehrermangels, der das Unterrichtsfach Musik besonders trifft. Die ganze Kraft dieser Welle wird in den Schulministerien wohl erst jetzt erkannt. Freilich führt sie zum Teil zu kuriosen Regulierungsversuchen, die uns beispielsweise durch unbedachte Seiteneinsteiger-Modelle in eine Phase der Entprofessionalisierung des Lehrerstandes zu führen scheinen. Zu diesen Aspekten wird die Bundesschulmusikwoche entsprechende Diskussionsforen anbieten.
Das Tagungsthema geht aber auch in eine weitere und deutliche positive Bedeutungsrichtung: „Brennpunkt” als Folge einer Zündung oder eines überspringenden Funkens. Dabei stehen die Arbeiten im Musikunterricht oder in Musikprojekten im Blick, die besondere Auswirkungen auf das Klassen- und Schulklima, die Integrationsmöglichkeiten an der Schule oder die Außenwirkung im Wohngebiet bzw. im Stadtteil haben. Alle unterrichtspraktischen Kurse hierzu werden Beispielcharakter haben, sie können von anderen Musiklehrerinnen und -lehrern übernommen werden und sollen breit einsetzbar sein. Verschiedene Schwerpunkte steuern die Auswahl der Kurse. Einige Beispiele: „Brennen” für Musiktheater und Musical, für das Singen, das Musizieren, „Brennen” für Musik und Tanz oder für Neue Musik. Alle diese Kurse setzen auf die „aufbauende Wirkung“ von Musik(unterricht). Dies kann (im engen Sinne) etwa als „Aufbauender Musikunterricht“ verstanden werden oder sich auf die sowohl individuelle wie die gruppenspezifische Förderung durch Musikunterricht beziehen. Ca. die Hälfte der geplanten rund 120 Kurse mit insgesamt 80 renommierten Referentinnen und Referenten wird sich auf das Kongressthema beziehen. Hinzu kommen freie Kurse zu den wichtigen Themen des Musikunterrichts in allen Schulformen. Eine besondere Kursschiene wird für das Netzwerk „Musik in Grundschulen“ (MiGS) eingerichtet werden, das VDS und AfS gemeinsam aufbauen und das Qualifizierungskurse für fachfremd unterrichtende GrundschullehrerInnen anbietet.
Die Bundesschulmusikwoche 2010 in Frankfurt a. M. wird wiederum die bewährte Kooperation mit unseren Partnerverbänden, dem AfS, dem BDG, dem BDLO, der DOV und dem VdM fortschreiben. Auch der „Föderation musikpädagogischer Verbände Deutschlands“ bieten wir eine Tagungsplattform. Neu hinzu kommt in Frankfurt die Zusammenarbeit mit der 2005 vom Pianisten Lars Vogt ins Leben gerufenen Initiative „Rhapsody in School“, die Schüler mit international renommierten Künstlern in Kontakt bringt, sowie die Kooperation mit der „Deutsche(n) Chorjugend“ (DCJ), die über 100 000 junge Sängerinnen und Sänger vertritt. Letztere Partnerschaft knüpft an das Signal der 26. Bundesschulmusikwoche Würzburg mit dem Motto „Stimme(n)“ an und möchte die Nachhaltigkeit des Singens in der Schule weiter stärken.
Die Arbeit des VDS-Bundesvorstandes, der Bundesgeschäftsstelle und des äußerst engagierten VDS-Landesverbandes Hessen wird sich in den nächsten Monaten intensiv auf die Bundesschulmusikwoche 2010 konzentrieren, um eine optimale Vorbereitung zu gewährleisten. Freuen Sie sich schon heute auf musikpädagogisch aktive Tage vom 29. 9. bis zum 2. 10. 2010 in der Mainmetropole Frankfurt.
Ortwin Nimczik
VDS-Bundesvorsitzender

