28. Bundesschulmusikwoche in Frankfurt bricht Besucherrekorde

1.100 Lehrerinnen und Lehrer „brannten“ für guten Musikunterricht

Mit einem Besucherrekord von über 1600 Beteiligten und einer ausgesprochen positiven Resonanz in Fachkreisen ging am 2. Oktober die 28. Bundesschulmusikwoche in Frankfurt zu Ende. Diese Zahl beinhaltet rund 1.100 Teilnehmer, 184 Referenten, 100 Aussteller, 52 Organisatoren und Helfer sowie 250 Schülerinnen und Schüler.

Nie zu vor waren so viele Musiklehrerinnen und Lehrer der Einladung des Verbandes Deutscher Schulmusiker gefolgt, um unter dem diesjährigen Motto „Brennpunkt Schule – Musik baut auf“ innovative Impulse für die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu diskutieren und neue Anregungen für den eigenen Musikunterricht zu erhalten. Die Teilnehmer kamen aus allen Bundesländern sowie aus Österreich, Dänemark, Schweiz, Luxemburg und Belgien in die Main-Metropole.

Wie ein innovativer Musikunterricht Schülerinnen und Schüler begeistern kann, wurde in mehr als 200 Workshops, Vortragsveranstaltungen, Diskussionsforen und Arbeitskreisen praxisnah vermittelt. Berücksichtigt wurden alle Schulformen, von der Grundschule über die Schule für Lernbehinderte bis zum Gymnasium. Dabei spielte die Nähe zur musikalischen Praxis eine bedeutende Rolle.
Im vokalen Bereich reichte das Angebot von „Liedern, die stark machen“ über Chorstimmbildung, Aufbau tonal-vokaler Kompetenzen bis zum Oberton-Singen mit Schülern. Gleichermaßen vielfältig war das instrumentale Angebot: Klassenmusizieren, Workshops für alle Instrumentengruppen, von der Band und gemischten Ensembles bis zum methodisch-didaktischen Modell eines Schülersinfonieorchesters.
In Bezug auf rhythmisches Lernen und Spielen wurden Kurse wie „Sambarhythmen im Unterricht“, „Rhythmus aus der Schultasche“ sowie rhythmisches Zusammenspiel mit Cajons vorgestellt. Ein weiteres Beispiel für innovativen Musikunterricht belegen die vielen Veranstaltungen zum Thema Tanz und Bewegung, die Schülerinnen und Schüler immer wieder motivieren, sich zu unterschiedlichen Klängen zu bewegen, aber auch neue Stilrichtungen kennenzulernen. Schließlich konnte aber auch der Reflexion durch Musik ein  breites Betätigungsfeld eingeräumt werden. Dazu gab es Workshops, die Schülerinnen und Schülern zu bewusstem Hören und Hinhören anleiten und somit die eigene Wahrnehmungsfähigkeit sensibilisieren oder die Lerngruppe dafür zu begeistern eine „Partitur zu entdecken“ oder sogar eine eigene Kompositionen zu erstellen.
Alles dies sind Beispiele für einen neuen, aufbauenden und höchst kreativen Musikunterricht, der die Schüler in den Mittelpunkt stellt.

Wie motivierend guter Musikunterricht und schulische Ensemblearbeit sein kann, präsentierten hessische Schulen in mehreren öffentlichen Mittags- und Abendkonzerten. Somit strahlte die Bundesschulmusikwoche auch in das gastgebende Bundesland und die Stadt Frankfurt hinein.

Ein wichtiger Bestandteil von Bundesschulmusikwochen sind zudem Auszeichnungen zu unterschiedlichen musikpädagogischen Schwerpunkten:
Innovative Wege der Musikvermittlung auf Basis von audiovisuellen Unterrichtsmedien wurden in Frankfurt zum sechsten Mal mit dem VDS-Medienpreis ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden Produkte prämiert, die Kindern und Jugendlichen auf besonders ansprechende und neuartige Weise Zugänge zu Musik eröffnen und damit im weiteren Sinne musikpädagogisch wirken. Preisträger 2010 waren je eine Produktion des Schott Verlages (Mainz) und des Helbling Verlages (Esslingen) sowie eine DVD-Produktion des SWR (Baden Baden). Empfehlungen gingen an den WDR (Köln) sowie an den Helbling Verlag. Mit der Verleihung des Medienpreises will der VDS auch eine Orientierungshilfe für den Medieneinsatz an den Schulen geben (nähere Informationen hier).

Zum elften Mal wurde in Frankfurt die Leo-Kestenberg-Medaille verliehen. Sie zeichnet Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus für besondere Verdienste um die Förderung der schulischen Musikerziehung. Lars Vogt, einer der führenden Vertreter der mittleren Pianisten-Generation in Deutschland, erhielt die Auszeichnung in diesem Jahr für die von ihm 2005 gegründete Initiative „Rhapsody in School“.  In ihr engagieren sich zahlreiche andere Musiker persönlich dafür, dass Schülerinnen und Schüler mit klassischer Musik in Kontakt kommen. Die Künstler gehen mit ihren Instrumenten in ihrer freien Zeit in die Schulen und bilden so eine Brücke zwischen der Musik und den einzelnen Kindern (nähere Informationen hier).

Ein Novum in Frankfurt war schließlich das „Forum Junge Schulmusik“. Es richtete sich mit einem besonderen Programm speziell an Lehramts-Studierende, Referendare und Lehramtsanwärter. Über 200 dieser Nachwuchskräfte hatten sich angemeldet. Ein Hauptaugenmerk lag auf den veränderten Ausbildungsbedingungen durch Bachelor- und Masterstudiengänge. Hier wurde eine kulturpolitische „Frankfurter Erklärung“ erarbeitet, die auf die unzureichende Ausbildungssituation in den Hochschulen sowie auf die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes aufmerksam machen soll. Mit einer Luftballon-Aktion im Innenhof der Hochschule wurde die Frankfurter Erklärung am Ende des Kongresses dem Präsidenten der Frankfurter Musikhochschule übergeben, der diese nun u.a. an die Rektorenkonferenz der Musikhochschulen weitergeben soll.

Ab jetzt beginnen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Kongress, der vom 19.-23.09.2012 in Weimar stattfinden wird. Wir laden bereits heute dazu ein!

Mainz, 19.10.2010

Aktuell

Evaluierung

Die Ergebnisse der Evaluierung der Bundesschulmusikwoche 2010 in Frankfurt finden Sie in der Rubrik Presse.

Kurzfilm

NMZ-Media zeigt in einem Kurzfilm Eindrücke und Interviews von der Bundesschulmusikwoche in Frankfurt / Main 2010. Zur Website...

Bildergalerie

Erste Bilder von der 28. Bundesschulmusikwoche sehen Sie in der Galerie auf den Seiten des VDS. Zur Galerie...

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